Warum Digital Natives die Kultur in Verbänden verändern werden

Einen Beitrag im „Verbände-Talk“ wollten wir Ihnen nicht vorenthalten und sind Herrn Günther sehr dankbar, dass wir ihn hier auch veröffentlichen dürfen:

ov_digitalnativefotolia_53481611_sZahlreiche Veränderungsprojekte in Verbänden haben ihren Ursprung in den umwälzenden Entwicklungen auf dem Gebiet der Informations- und Kommunikationstechnologie: Computer, mobile Endgeräte, das Internet sowie eine Flut von Anwendungsprogrammen prägen die Art und Weise wie wir arbeiten.

Technische Innovationen erleichtern die Kommunikation, die Organisation von Wissen, den ortsunabhängigen Zugriff auf und die Weiterverarbeitung von Dokumenten. Dies ist für die Gremien geprägte Welt der Verbände von unschätzbarem Vorteil.

In dieser Situation der fortgesetzten Digitalisierung unserer Arbeitswelt mit ihrer analogen, digital angelernten Mitarbeiterschaft, rücken nun sukzessive Vertreter einer Generation nach, die mit den digitalen Möglichkeiten aufgewachsen sind und mit ihrer natürlichen, intuitiven Anwendung ein eigenes Selbstverständnis von Kommunikation, Information und Wissensmanagement mitbringen.

Sie werden die Unternehmenskultur in Verbänden nachhaltig verändern.

Digitale trifft auf analoge Mitarbeiterschaft

Die „Digital Natives“ oder auch „Generation Y“, also die etwa nach 1985 Geborenen, haben die Anwendung moderner Kommunikations-Medien sowie die digitale und soziale Vernetzung als erste quasi mit der Muttermilch aufgesogen.

Dass damit in der Arbeitswelt nun unterschiedliche Kosmen aufeinander prallen können, lässt sich insbesondere am Beispiel der Nutzung der sozialen Medien erahnen: Digital Natives verstehen Social Media als Medium, in dem mit aufsehenerregenden Beiträgen sofort weltweit Menschen erreichen werden können.

Das Ideal vom Teilen trifft auf das Verständnis „Wissen ist Macht“

Das dieser Verbreitung zugrundeliegende Teilen, Weitersagen und Empfehlen von Inhalten funktioniert ausschließlich über das Kriterium Qualität. Es gibt so unendlich viel Content im Netz, dass die Generation Y eines besonders beherrscht: zu selektieren und auszusondern. Nur das, was wirklich Relevanz entfaltet und nachhaltiges Interesse weckt, hat in den sozialen Medien eine Überlebenschance.

Und das Prinzip des Teilens nimmt immer mehr Lebensbereiche ein: Der BITKOM bestätigt, dass die „Shareconomy“ mittlerweile Wirtschaft und Gesellschaft revolutioniert, da immer mehr Menschen über das Internet nicht nur persönliche Erfahrungen und digitale Inhalte, sondern auch Gegenstände aller Art mit anderen teilen. Der wachsende Erfolg der Car-Sharing-Modelle in Großstädten basiert auf dem gleichen Selbstverständnis: ich teile und muss es nicht besitzen.

Kommunikativ, vernetzt, kreativ, teamorientiert

Digital Natives sind kommunikativ und gut vernetzt. Sie sind ferner kreativ, weil dies in den sozialen Medien zur eigenen Profilierung beiträgt. Gefragt sind klare, eigene Ideen, Positionen und Argumente, keine Kopien und Plagiate, die immer entdeckt und gnadenlos mit Häme bedacht werden. Digital Natives werden auf diese Weise konflikt- und kritikfähig und erleben Autorität durch Glaubwürdigkeit und Überzeugung, nicht durch Hierarchie.

Schließlich sind Digital Natives grundsätzlich Teamplayer, weil sie gelernt haben, dass sie bei bestimmten Fragen im Austausch mit der Gemeinschaft, der „Community“ zu interessanteren Ideen und zu schnelleren und besseren Resultaten kommen.

Mit diesen Ein- und Vorstellungen von Teaming, Transparenz und Offenheit, einer kommunikativen Kultur des Teilens von Informationen, Wissen und Ideen und dem Glauben an Autorität, die auf Argumenten und Überzeugung basiert, erreicht die Generation nun den Arbeitsmarkt.

So wird die Generation Y die Unternehmenskultur auch in Verbänden spürbar verändern. Je früher sich Organisationen damit beschäftigen und je früher Digital Natives in die Organisation eingebunden werden, desto größer wird der Wettbewerbsvorteil der Verbände um Einfluss, Reputation und Mitglieder, also um ihre Zukunft sein.

Dieser Post ist ein leicht veränderter Auszug aus dem im Verbändereport Ausgabe 6/2013 erschienenen Artikel: „Stehen Verbände vor einem Kulturwandel? Warum Digitale Natives ihre Unternehmenskultur verändern werden“

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s