Landwirtschaft 2.0 (incl. Forstwirtschaft und Fischerei)

gemüseBeim googeln fällt auf, dass die deutschen Landwirte kein wirkliches Network haben, um sich dort auszutauschen. Die Farmblogger fallen auf, ebenso wie die Zeitschrift „Landlive“ mit ihrer Community. Bei Xing, Facebook und anderen feiern die Landwirte eher ein bescheidenes Dasein.

Die erste Frage, die auftaucht: „Wollen Landwirte nicht networken, sich austauschen, Kontakte pflegen und die „Wohltätigkeiten“ des Web 2.0 genießen?“ Gespräche mit jungen Bauern lassen vermuten, dass einserseits die Zeit und andererseits interessante Communities fehlen. Gesprächsstoff habe man genug und es gäbe auch viel zu zeigen, zu fragen und zu kommunizieren. „Bauer sucht Frau“ ist zudem eine (noch) erfolgreiche Sendung im Privat-TV, die nach einer virtuellen „Ergänzung“ geradezu schreit.

Konkretes Nachfragen bei Landwirten offenbart, dass man sich gerne über Saatgut, Tierzucht, Hersteller-Druckmittel, Abstimmungen bei Milchprotesten, Preisabstimmungen, landwirtschaftlichen Maschinen, Erfolgen und Misserfolgen bei allem, was bei der tägliche Arbeit anfällt und die obligatorischen Probleme beim Ausfüllen der EU-Subventionsunterlagen mit den anderen Kollegen austauschen würde. Auch Geräte- und Maschinen-Sharing sowie eine Gebraucht-Börse wären wichtige Themen.

Nicht vernachlässigen darf man auch das Thema „eLearning“ in der Landwirtschaft. Es scheint einen großen Bedarf an Weiterbildung in dieser Gruppe zu geben. Schon bei der Ausbildung des Nachwuchses bis hin zur Lerneinheit über eine visionäre Bauernzukunft ist das Spektrum weit gefächert. Landwirte können damit bei ihrer mit wenig Freizeit ausgestatteten Terminplanung optimal unterrichtet werden.

farmer communityEinen ganz anderen Ansatzpunkt böte eine B2C-Community, die alternativ denkenden Landwirten eine größere Zielgruppe für den Verkauf ihrer Produkte oder Dienstleistungen (Ferien auf dem Bauernhof, Streichelzoo, Eigenanbau …) geben würde. Das Vermarkten über die eigene Webseite habe meist in die Irre geführt, weil die Klickraten zu gering und die Chance der Verbreitung dieser Infos zu gering weil zu kostspielig sei. Deshalb käme einer solchen Community – ausgestattet mit Bewertungs- und Kommentierfunktionen – eine nicht zu unterschätzende Bedeutung zu, sagen insbesondere die Landwirte, die sich mit ausländischen Communities schon beschäftigt haben. Landwirte wollen allerdings – wie andere Berufsguppen auch – am liebsten „unter sich“ sein, eben eine eigene Community für die Landwirtschaft nutzen!

Für uns stellt sich vordringlich die Frage: Wer könnte Interesse daran haben, eine solche „Community für Landwirtschaft 2.0“ betreiben? Wer bringt Manpower und Finanzen auf?  Wer hätte den größten Nutzen davon?

Vielleicht ergibt sich über diesen Blog-Beitrag Interesse an dieser Zielgruppe und einer Networking-Plattform für diese Zielgruppe. Unser Beitrag kann im beraterischen Input, in der Software-Lieferung und im Community-Management liegen – wir freuen uns auf Ihre Kommentare und Mails.

 

NACHTRAG: Selbst der Deutsche Bauernverband empfiehlt Soziale Netzwerke

Advertisements

4 Antworten zu “Landwirtschaft 2.0 (incl. Forstwirtschaft und Fischerei)

  1. Pingback: Tweets that mention Landwirtschaft 2.0 (incl. Forstwirtschaft und Fischerei) « BAYARTZ-Blog -- Topsy.com

  2. Pingback: | Charityspenden

  3. Pingback: Ein weiterer Ruf nach Web 2.0 in der Landwirtschaft - Farmblogger

  4. Kai Schleyerbach

    Guten Tag Herr Bayartz,

    Micha von Farmblogger hat in seinem aktuellen Beitrag eine gute Analyse zu den Motiven der Landwirte gegeben, sich an social media Angeboten zu beteiligen. Ich denke mit landlive gibt es bereits einen sehr starken Akteur in der Branche, der durch die Verlinkung mit den anderen Verlagsangeboten auch eine gegenseitige Contentverwertung realisieren kann. Hier gibt es auch bereits eine B2C Komponente mit http://www.landecht.de
    Dort können Direktvermarkter ihre Produkte einstellen.
    Die Landwirtschaftsgruppe bei Xing hat mittlerweile ca. 1000 Mitglieder aber die gehören eher den der LWS vor- und nachgelagerten Bereichen an.
    Schon in den 90ern gab es vom Landwirtschaftsverlag in Münster eine Reihe von Mailinglisten bei denen ein starker Communitygedanke spürbar war. Konkrete Networking Funktionen gab es damals natürlich noch nicht. Vor einiger Zeit wurden die Mailinglisten auf ein Forensystem auf der top agrar Website umgestellt, das nur Abonnenten zugänglich ist.
    Als Anbieter von Bildungsangeboten fällt mir die Andreas Hermes Akademie ein. Die haben vor einer Woche eine erste Webconference durchgeführt, die auch auf der Agritechnika dokumentiert wurde. Die AHA ist auf jeden Fall schon heute bundesweit gut vernetzt und scheint der Onlinewelt aufgeschlossen gegenüber zu stehen.
    Generell sehe ich eine steigende Bereitschaft bei den Landwirten, sich in solche Angebote einzubringen. Man muss aber auch bedenken: Landwirte sind Macher. Die haben einen Sack voll Arbeit zu erledingen und fühlen sich oft genervt von oberflächlichen Diskussionen mit Leuten, die Sie nicht von Angesicht zu Angesicht kennen.
    Viele Grüße
    Kai Schleyerbach

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s