Monatsarchiv: August 2009

Handwerk 2.0 – eine nicht akzeptierte Vision?

Was ist Handwerk?

Wer über „Mitmach-Web“ und Handwerksbetriebe nachdenkt, der wird nicht umhin können, sich zuerst einmal mit den Unterschiedlichkeiten der einzelnen, über 140 Gewerke umfassenden Betriebsausrichtungen auseinander zu setzen.

Viele kleine Handwerker arbeiten  für einen Kundenkreis, der keine 500 Meter vom Geschäft wohnt und „seinen“ Betrieb seit Jahren kennt. Aus Kundensicht bestehen – zumal in ländlicheren Gegenden – kaum Alternativen zum langjährigen Metzger, Bäcker, Konditor oder Friseur, ohne Auto, Fahrrad oder Motorrad aus der Garage zu holen und eine längere Fahrzeit in Kauf zu nehmen – das hemmt auch diese Anbieter, sich weiter zu entwickeln oder neue Anstrengungen zu entfachen.

Zu den Gewerken, die ebenfalls nur schwer davon zu überzeugen sind, sich mit Web 2.0, mit Blogs, Wikis oder Networking-Plattformen auseinander zu setzen, gehören sicher auch Maurer, Betonbauer oder Metallsägen-Schärfer u.ä.. Um sich selbst ein Bild von den einzelnen Gewerken zu machen und die sich dahinter verbergenden Betriebszahlen richtig einschätzen zu können,

Grafik-2-A-08Verzeichnis der Gewerbe, die als zulassungspflichtige Handwerke betrieben werden können:
Maurer und Betonbauer, Ofen- und Luftheizungsbauer, Zimmerer,  Dachdecker,  Straßenbauer, Wärme-, Kälte- und Schallschutzisolierer, Brunnenbauer, Steinmetzen und Steinbildhauer, Stukkateure, Maler und Lackierer, Gerüstbauer,Schornsteinfeger, Metallbauer, Chirurgiemechaniker, Karosserie- und Fahrzeugbauer, Feinwerkmechaniker, Zweiradmechaniker,Kälteanlagenbauer, Informationstechniker, Kraftfahrzeugtechniker, Landmaschinenmechaniker, Büchsenmacher, Klempner,Installateur und Heizungsbauer, Elektrotechniker, Elektromaschinenbauer, Tischler, Boots- und Schiffbauer, Seiler, Bäcker,Konditoren, Fleischer, Augenoptiker, Hörgeräteakustiker, Orthopädietechniker, Orthopädieschuhmacher, Zahntechniker, Friseure, Glaser, Glasbläser und Glasapparatebauer, Vulkaniseure und Reifenmechaniker

Grafik-2-B1-08Verzeichnis der Gewerbe, die als zulassungsfreie Handwerke oder handwerksähnliche Gewerbe betrieben werden können – Zulassungsfreie Handwerke:

Fliesen-, Platten- und Mosaikleger, Betonstein- und Terrazzohersteller, Estrichleger, Behälter- und Apparatebauer, Uhrmacher, Graveure, Metallbildner, Galvaniseure, Metall- und Glockengießer, Schneidwerkzeugmechaniker, Gold- und Silberschmiede, Parkettleger, Rolladen- und Jalousiebauer, Modellbauer, Drechsler (Elfenbeinschnitzer) und Holzspielzeugmacher, Holzbildhauer, Böttcher, Korbmacher, Damen- und Herrenschneider, Sticker, Modisten, Weber, Segelmacher, Kürschner, Schuhmacher, Sattler und Feintäschner, Raumausstatter, Müller, Brauer und Mälzer, Weinküfer, Textilreiniger, Wachszieher, Gebäudereiniger, Glasveredler, Feinoptiker, Glas- und Porzellanmaler, Edelsteinschleifer und -graveure, Fotografen, Buchbinder, Buchdrucker: Schriftsetzer; Drucker, Siebdrucker, Flexografen, Keramiker, Orgel- und Harmoniumbauer, Klavier- und Cembalobauer, Handzuginstrumentenmacher, Geigenbauer, Bogenmacher, Metallblasinstrumentenmacher, Holzblasinstrumentenmacher, Zupfinstrumentenmacher, Vergolder, Schilder- und Lichtreklamehersteller

Grafik-2-B2-08Handwerksähnliche Gewerbe:
Eisenflechter, Bautentrocknungsgewerbe, Bodenleger, Asphaltierer (ohne Straßenbau), Fuger (im Hochbau), Holz- und Bautenschutzgewerbe (Mauerschutz und Holzimprägnierung in Gebäuden), Rammgewerbe (Einrammen von Pfählen im Wasserbau), Betonbohrer und -schneider, Theater- und Ausstattungsmaler, Herstellung von Drahtgestellen für Dekorationszwecke in Sonderanfertigung, Metallschleifer und Metallpolierer, Metallsägen-Schärfer, Tankschutzbetriebe (Korrosionsschutz von Öltanks für Feuerungsanlagen ohne chemische Verfahren), Fahrzeugverwerter, Rohr- und Kanalreiniger, Kabelverleger im Hochbau (ohne Anschlussarbeiten), Holzschuhmacher, Holzblockmacher, Daubenhauer, Holz-Leitermacher (Sonderanfertigung), Muldenhauer, Holzreifenmacher, Holzschindelmacher, Einbau von genormten Baufertigteilen (z. B. Fenster, Türen, Zargen, Regale), Bürsten- und Pinselmacher, Bügelanstalten für Herren-Oberbekleidung, Dekorationsnäher (ohne Schaufensterdekoration), Fleckteppichhersteller, Klöppler, Theaterkostümnäher, Plisseebrenner, Posamentierer, Stoffmaler, Stricker, Textil-Handdrucker, Kunststopfer, Änderungsschneider, Handschuhmacher,Ausführung einfacher Schuhreparaturen, Gerber, Innerei-Fleischer (Kuttler), Speiseeishersteller (mit Vertrieb von Speiseeis mit üblichem Zubehör), Fleischzerleger, Ausbeiner, Appreteure, Dekateure, Schnellreiniger, Teppichreiniger, Getränkeleitungsreiniger, Kosmetiker, Maskenbildner, Bestattungsgewerbe, Lampenschirmhersteller (Sonderanfertigung), Klavierstimmer, Theaterplastiker, Requisiteure, Schirmmacher, Steindrucker, Schlagzeugmacher, Klein-Handwerker

Handwerkskammern weisen darauf hin, dass sie häufig gegen eine Wand rennen, wenn sie ihren Betrieben Hilfen bei der Erstellung von Webseiten o.ä. anbieten. Wie kann man da allen Ernstes über Web 2.0-Aktivitäten für das Handwerk nachdenken??

Da die erwähnten Gruppen aber nicht das Gros der Handwerksbetriebe ausmachen und sich insbesondere städtische und jüngere Unternehmer der Tatsache bewusst sind, dass die Konkurrenz größer und marketing-orientierter wird, wird ein Nachdenken über Differenzierung, Spezialisierung und Alleinstellung des Angebotes und seiner Vermarktung auch für Handwerks-Unternehmen immer notwendiger (vor einigen Jahren trafen auch Themen wie Marketing oder PC auf Ablehnung bei Handwerkern).

web2.0Was bedeutet Web 2.0 für das Handwerk?

Handwerker brauchen, wie andere Unternehmen auch, neue Kunden, die es zu finden gilt. Das kann man unter anderem dadurch, dass man sein Angebot spezialisiert oder weiter differenziert, um neue Käuferschichten, Marktlücken oder Nischen zu finden. Dieses Angebot muss aber kommuniziert werden. Dabei genügt die eigene Webseite schon lange nicht mehr – Portale, Plattformen und verbesserte Präsentationsmittel sind notwendig, um sich darzustellen, zu unterscheiden und gefunden zu werden.

Empfehlungs-Marketing ist ein wichtiges Stichwort in diesem Zusammenhang. Der Aufbau von Vertrauen über herausragende Leistungen, verbunden mit positiven Veröffentlichungen zufriedener oder (besser noch) begeisterter Kunden. So lassen sich neue Kunden kostengünstig gewinnen und bei entsprechenden Marketing-Maßnahmen auch halten.

Spezialisierungen und Angebots-Ausprägungen lassen sich allerdings auf der eigenen Webseite nur unzureichend und mit hohem Aufwand kommunizieren. Mögliche Kunden finden den speziellen Handwerker in den Suchmaschienen nur schwer – hier sind Networking-Plattformen hilfreiche Instrumente. Über ein Blog können sich auch Kleinst-Unternehmer erfolgreich differenzieren (Beispiel: Saft-Blog), sich kommnunikativ vollkommen von Konkurrenten absetzen und eine Alleinstellung aufbauen, die dann schwerlich vom Wettbewerber imitiert werden kann.

Welche WEB 2.0-Maßnahmen sollten Handwerkskammern anbieten?

logo hwkDie Kammern sollten mit gutem Beispiel vorangehen. Sie sind verpflichtet, ihren Mitglieds-Betrieben sinnvolles „Handwerkszeug“ zur Vermarktung ihrer Leistungen bereit zu stellen.

Meines Erachtens hat die moderne Ausrichtung eines HWK-Angebotes 4 Bestandteile:
1. Networking-Plattform zum Austausch der Unternehmer untereinander
2. eLearning-Modul zur Weiterbildung und ggf. als Berufs-Ausbildungs-Tool
3. Shoppingmeilen für den Endverbraucher mit Empfehlungs-Möglichkeiten als Bindeglied im B2C
4. Versteigerungs-Plattform für den B2C-Bereich als Ergänzung der Shoppingmeilen

Eine Verknüpfung dieser 4 Bestandteile hätte viele konkrete Einstiegs-Mitmach-Angebote für alle Handwerksbetriebe.

Auf der Networking-Plattform könnte nicht nur ein Austausch unter Kollegen satttfinden, hier wäre auch die Möglichkeit gegeben, Kollegen mit Spezialisierungen als Subunternehmer ausfindig zu machen, oder andere Unternehmer zu kontaktieren, um zwischenzeitliche Lieferengpässe zu bewältigen. Job- und Ausbildungs-Börsen als Menupunkt könnten die heutigen Insellösungen der Kammern u.a. ablösen.

Weiterbildung oder die Ausbildung des Nachwuches zu organisieren und mit modernen Mitteln wie virtuelles Klassenzimmer und 1:1-Chats von Lernenden und Lehrenden können durch eine Lernplattform in die Networking-Aktivitäten eingebunden werden.

Die Consumer werden durch „Shoppingmeilen“ mit Google-Maps-Anbindung, digitalen Visitenkarten oder Videos, Bonusmarken oder 24.Std-Angeboten in das System integriert. Hier haben auch die Bäcker, Metzger und Friseure um die Ecke einen direkten Nutzen vom Mitmach-Web, zumal die Endverbraucher über Kommentierungen und Bewertungen aufgefordert werden, ein möglichst positives Statement zur (Handwerks-)Leistung des Betriebes abzugeben. Betriebe könnten angehalten werden, einen e-shop aufzubauen und so am wachsenden Umsatz aus e-commerce teilzunehmen.

An den zunehmenden Umsätzen durch Versteigerungen könnten Handwerksbetriebe durch die Einbindung eines entsprechenden Versteigerungs-Tools partizipieren – eine Kooperation mit bestehenden Portalen ist dabei eine denkbare und dankbare Variante.

Es gibt viele Chancen im attraktiven WEB2.0, Unternehmen zu präsentieren und Unternehmer neugierig zu machen. Mehrwerte schaffen wir durch die Verknüpfung von Business- und Consumer-Angeboten, die beiden Seiten Nutzen bringen. Allerdings wird es in der konservativen Klientel der Kammern viel Überzeugungsarbeit kosten.

Anlage B Verzeichnis der Gewerbe, die als zulassungsfreie Handwerke oder handwerksähnliche Gewerbe betrieben werden können (§ 18 Abs. 2)

Fundstelle des Originaltextes: BGBl. I 2003, 2946 – 2947
Abschnitt 1: Zulassungsfreie Handwerke
Nr.

1
Fliesen-, Platten- und Mosaikleger
2
Betonstein- und Terrazzohersteller
3
Estrichleger
4
Behälter- und Apparatebauer
5
Uhrmacher
6
Graveure
7
Metallbildner
8
Galvaniseure
9
Metall- und Glockengießer
10
Schneidwerkzeugmechaniker
11
Gold- und Silberschmiede
12
Parkettleger
13
Rolladen- und Jalousiebauer
14
Modellbauer
15
Drechsler (Elfenbeinschnitzer) und Holzspielzeugmacher
16
Holzbildhauer
17
Böttcher
18.
Korbmacher
19
Damen- und Herrenschneider
20
Sticker
21
Modisten
22
Weber
23
Segelmacher
24
Kürschner
25
Schuhmacher
26
Sattler und Feintäschner
27
Raumausstatter
28
Müller
29
Brauer und Mälzer
30
Weinküfer
31
Textilreiniger
32
Wachszieher
33
Gebäudereiniger
34
Glasveredler
35
Feinoptiker
36
Glas- und Porzellanmaler
37
Edelsteinschleifer und -graveure
38
Fotografen
39
Buchbinder
40
Buchdrucker: Schriftsetzer; Drucker
41
Siebdrucker
42
Flexografen
43
Keramiker
44
Orgel- und Harmoniumbauer
45
Klavier- und Cembalobauer
46
Handzuginstrumentenmacher
47
Geigenbauer
48
Bogenmacher
49
Metallblasinstrumentenmacher
50
Holzblasinstrumentenmacher
51
Zupfinstrumentenmacher
52
Vergolder
53
Schilder- und Lichtreklamehersteller
Abschnitt 2: Handwerksähnliche Gewerbe
Nr.

1
Eisenflechter
2
Bautentrocknungsgewerbe
3
Bodenleger
4
Asphaltierer (ohne Straßenbau)
5
Fuger (im Hochbau)
6
Holz- und Bautenschutzgewerbe (Mauerschutz und Holzimprägnierung in Gebäuden)
7
Rammgewerbe (Einrammen von Pfählen im Wasserbau)
8
Betonbohrer und -schneider
9
Theater- und Ausstattungsmaler
10
Herstellung von Drahtgestellen für Dekorationszwecke in Sonderanfertigung
11
Metallschleifer und Metallpolierer
12
Metallsägen-Schärfer
13
Tankschutzbetriebe (Korrosionsschutz von Öltanks für Feuerungsanlagen ohne chemische Verfahren)
14
Fahrzeugverwerter
15
Rohr- und Kanalreiniger
16
Kabelverleger im Hochbau (ohne Anschlussarbeiten)
17
Holzschuhmacher
18
Holzblockmacher
19
Daubenhauer
20
Holz-Leitermacher (Sonderanfertigung)
21
Muldenhauer
22
Holzreifenmacher
23
Holzschindelmacher
24
Einbau von genormten Baufertigteilen (z. B. Fenster, Türen, Zargen, Regale)
25
Bürsten- und Pinselmacher
26
Bügelanstalten für Herren-Oberbekleidung
27
Dekorationsnäher (ohne Schaufensterdekoration)
28
Fleckteppichhersteller
29
Klöppler
30
Theaterkostümnäher
31
Plisseebrenner
32
Posamentierer
33
Stoffmaler
34
Stricker
35
Textil-Handdrucker
36
Kunststopfer
37
Änderungsschneider
38
Handschuhmacher
39
Ausführung einfacher Schuhreparaturen
40
Gerber
41
Innerei-Fleischer (Kuttler)
42
Speiseeishersteller (mit Vertrieb von Speiseeis mit üblichem Zubehör)
43
Fleischzerleger, Ausbeiner
44
Appreteure, Dekateure
45
Schnellreiniger
46
Teppichreiniger
47
Getränkeleitungsreiniger
48
Kosmetiker
49
Maskenbildner
50
Bestattungsgewerbe
51
Lampenschirmhersteller (Sonderanfertigung)
52
Klavierstimmer
53
Theaterplastiker
54
Requisiteure
55
Schirmmacher
56
Steindrucker
57
Schlagzeugmacher

Konsequente Personalisierung der Tageszeitung – Forderungen aus 1990

Mehr Nähe zum Leser / Bessere Präsentation der Medialeistung / Verlagsmarketing der neunziger Jahre

Der Bedarf an reichweitenstarken Werbeträgern wird in den nächsten Jahren ebenso steigen wie die Nachfrage nach qualifizierter, zielgruppenorientierter Information und Kommunikation. Dies gilt für Tageszeitungen und Zeitschriften gleichermaßen. Langfristige Unternehmens- und Zukunftssicherung für Verlage verlangt jedoch eine konsequente Anpassung an sich ändernde Verhältnisse und Bedingungen. Nicht nur das Informationsbedürfnis der Leser und damit der Markt der Medien ändern sich, auch in den Märkten der werbungtreibenden Wirtschaft wechseln die Strukturen und folglich auch das Werbeverhalten.

Die Stellung der Tageszeitung als wichtigstes Informationsmedium und als nach wie vor größter Werbeträger kann durchaus stabilisiert werden, schöpft man neue Möglichkeiten aus. Bei dem ohnehin schon reichhaltigen Angebot an Zeitschriften in der Bundesrepublik versprechen sich die Verleger ein qualifiziertes Wachstum, wobei Spezialtitel im zunehmend härter werdenden Wettbewerb der Medien die größeren Erfolgsaussichten haben werden.

Das sich ständig ändernde Bild der Medienmärkte verlangt für die Tageszeitung ein Umdenken, eine fortdauernde Überprüfung der Produktgestaltung mit deutlichen Konsequenzen für alle Ressorts. Die Orientierung vor allem an den Interessen des Lesers sollte hier die publizistische Zielsetzung sein. Kaufzeitungen, die sich am Kiosk tagtäglich neu behaupten müssen, exerzieren dies bereits vor. Kann die Zeitschrift schon von ihrem Konzept her ihre Leser zielgruppengenau ansprechen, so muß die Tageszeitung eine sehr heterogen strukturierte Zielgruppe bedienen. Aber genau hier bieten sich vielversprechende Ansätze für ein künftiges Redaktions-Marketing. Für lokale und regionale Zeitungen wird dies bedeuten:

Lokale Themen gehören auf die Titelseite, müssen hier zumindest angerissen werden, weil im Lokalen auch das Hauptinteresse der Leser liegt. Für das politische Ressort wird gelten: Politik nicht nur vermitteln und kommentieren, sondern auch erklären. Überhaupt wird von der Tageszeitung mehr Hintergrund, mehr Nähe zum Leser, mehr Leser-Service erwartet werden. Und eine größere Nähe zum Leser wiederum wird heißen: Grundsätzlich allen Lesergruppen genau den Lesestoff liefern, der sie interessiert.

Ein Wirtschaftsteil, der auch Frauen erreichen will, muß berücksichtigen, daß Frauen beim Thema „Wirtschaft“ notwendigerweise zunächst an ihr begrenztes Haushaltsbudget denken. Bei den Zeitschriften hat vor allem die Bedeutung der Fachzeitschrift als maßgeblicher Anbieter von Fachinformation erheblich zugenommen, ein Trend, der sich fortsetzen wird. Für langfristige Erfolge muß es den Fachzeitschriften jedoch gelingen, sich nicht nur als Pflichtlektüre zu präsentieren, sondern beim Leser „Freude am Lesen“ im besten Sinne des Wortes zu provozieren.

Im bereits heute sehr umfangreichen und besonders vielfältigen Markt der Zeitschriften wird die Zukunft wohl den Spezialzeitschriften gehören. Hier ist das redaktionelle Marketing wie auch bei den Publikumszeitschriften schon weiter entwickelt. Darüber hinaus werden die Zeitschriften auf lange Sicht erfolgreich sein, die die wachsenden Anforderungen der Leser an die redaktionelle Leistung erfüllen. Zeitschriften müssen künftig ihre Leserschaftssegmente mit ihren speziellen Informationsbedürfnissen noch exakter abdecken, zumal neue Themen auch zu völlig neuen Titeln führen werden. Bei Special-Interest-Zeitschriften zeigen sich die Verlage bereits seit Jahren betont innovativ.

Insgesamt wird die Forderung an Zeitschriften wie an Tageszeitungen in den nächsten Jahren lauten: ein „Integriertes Verlags-Marketing“ praktizieren, das auch die Redaktion in alle Strategien mit einbezieht. Eine zweifellos vorhandene Leseerwartung, der nur mit attraktiver aufbereitetem Lesestoff und besserer Produktgestaltung nachzukommen ist.

Für ein erfolgreiches Vertriebs-Marketing der Tageszeitungen werden auch künftig die bewährten Instrumente der Lesergewinnung ihre Bedeutung behalten. Grundlage wird das Abonnement bleiben, wenngleich der Einzelverkauf an Boden gewinnen wird. Für die Steigerung der Abo-Auflage und vor allem für den stets notwendigen Ausgleich von Fluktuation und Abbestellungen wird ein qualifizierter, also professionell geschulter Vertriebs-Außendienst unentbehrlich sein. Für eine wirksame Abonnentenwerbung wird auch das Direct-Mail – obwohl relativ teuer – eine wichtige Funktion erfüllen.

Mehr und mehr Bedeutung wird der Telefon-Verkauf als Marketinginstrument erlangen, wobei allerdings auch hier ohne qualifiziertes Personal nichts gehen wird. Zu einem nahezu unverzichtbaren Medium des Abo-Vertriebs ist inzwischen die LwL-Werbung geworden. Auch in den nächsten Jahren werden die Verlage auf das Angebot attraktiver Sachprämien setzen müssen, vorausgesetzt, die LwL-Werbung orientiert sich an aktuellen, möglichst zeitungsbezogenen Themen und die Prämien fallen konsequent themenbezogen aus.

Die tiefgreifendste, aber erfolgversprechendste Veränderung im Zeitungswesen wird eine konsequente „Personalisierung“ der Tageszeitung mit sich bringen, will man sich immer klarer abzeichnenden Bedürfnisse des Zeitungslesers nach individuell gestalteter Information tatsächlich erfüllen, ihm „seine“ Tageszeitung anbieten und zustellen. An der Technik wird diese Form der Zeitung nicht scheitern, sie will lediglich gefordert werden, die Möglichkeiten sind bereits vorhanden. Die technischen Voraussetzungen für ein effektiveres Vertriebs-Marketing sind durchaus gegeben. Geeignete EDV-Systeme können eine ständig abrufbare Transparenz aller den Vertrieb interessierenden Daten bis in den kleinsten Zustellbezirk hinein schaffen.

Und vor allem Verkauf-Aktionen lassen sich auf der Basis solcher Daten erfolgreicher und gezielter konzipieren. Die Tageszeitung ist mit mehr als sieben Milliarden allein bei Anzeigen nach wie vor der umsatzstärkste Werbeträger, dennoch ist ihr Anteil am Gesamtwerbeaufkommen rückläufig. Hauptkonkurrenten im zunehmend härter werdenden Wettbewerb sind die Anzeigen- und Offertenblätter. Da sich zudem auch das Werbeverhalten der Wirtschaft ändert, müssen die Zeitungsverlage im Rahmen des Anzeigen-Marketings vorrangig kundenorientierte Konzepte entwickeln, um sich auch gegen die wachsende Konkurrenz der neuen Medien zu wappnen.

Vor allem aber wird es in Zukunft darauf ankommen, für die Werbungtreibenden die Planbarkeit der Zeitung als Werbeträger zu optimieren. Besonders für zielgruppenorientierte Maßnahmen des Anzeigen-Geschäfts reichen die bislang von den Verlagen angebotenen Daten nicht aus.

Einige Zeitungs- und Zeitschriftenverlage praktizieren bereits Marktforschung in eigenen Abteilungen, die für die Entscheider in Agenturen und Unternehmen alles relevante Datenmaterial erstellen, aufbereiten und zur Verfügung stellen. Dennoch bleiben kleineren Verlagen solche Chancen durchaus nicht vorenthalten. Auch sie sollten der werbenden Wirtschaft ihre Medialeistung künftig besser präsentieren. Hier liegen noch erhebliche Ressourcen brach. Datenbankgestütztes Marketing wird für die Anzeigenabteilung der Zukunft unverzichtbar sein, wenn es mit der erforderlichen Konsequenz und Vollständigkeit realisiert wird.

Veröffentlicht in HORIZONT: 23. März 1990

Wir waren Heimat

Christian Jakubetz (Berater, Publizist und Dozent) schreibt über Lokal-Journalismus, wie er sich uns heute und schon seit ewigen Zeiten präsentiert – unverblümt und nicht schmerzfrei. Es hat sich leider nichts verändert seit gefühlten 100 Jahren!

Klares Konzept für die Zeitung der Zukunft – Beitrag vom März 1989

Gehört Lokales auf die Titelseite?

Bis in die 70er Jahre hinein konnten Zeitungsverlage hierzulande noch Auflagenzuwächse verzeichnen. Veränderungen am Design und am redaktionellen Konzept schienen nicht notwendig zu sein. Vor allem die regionale Abonnentenzeitung hat sich in den letzten 40 Jahren kaum gewandelt. Inzwischen ist die Tagespresselandschaft Teil einer immer bunter und vielfältiger werdenden Medienlandschaft geworden, mit vor allem wirtschaftlichen Konsequenzen.

So sind die Vertriebserlöse abnehmend. Die Gründe für die rückläufigen Abonnentenzahlen sind vor allem in einem anhaltenden Rückgang der Bevölkerungszahlen und in einer zunehmenden Überalterung der Leserschaft zu sehen. Hinzu kommt, da? die Zahl der Jugendlichen, der Einsteiger in das Zeitungslesen also, ebenfalls abnimmt. Lediglich die Zahl der 25- bis 30jährigen steigt an, eine Gruppe, die verstärkt für die Tageszeitung gewonnen werden müsste. Neben der rückläufigen Entwicklung der Abonnentenzahl ist ein wachsender Anstieg der Redaktions- und Herstellungskosten auszumachen.

Deutlich sind die Veränderungen im Leseverhalten. Die durchschnittliche Lesedauer je Tag beträgt nur noch 35 Minuten, die durchschnittliche Nutzung audiovisueller Medien, allen voran das Fernsehen, hingegen etwa drei Stunden.

Noch kommt die abonnierte Tageszeitung lediglich bei einem Ausschnitt der eigentlichen Leserschaft an: bei Männern zwischen 30 und 60, die überdurchschnittlich gebildet und politisch sehr interessiert sind, also durchaus nicht bei allen Gruppen der Bevölkerung. Daraus lässt sich leicht ableiten, wer von der Tageszeitung geradezu vernachlässigt wird: Frauen, Jugendliche und alle am politischen Geschehen weniger Interessierten. Was also fehlt, ist eine Zielgruppenorientierung. Als Folge wandern vor allem jugendliche Leser ab, deren durchschnittliche Lesedauer ohnehin nur täglich 13 Minuten beträgt.

Auch Jugendliche fühlen sich wohl zurecht von der Tageszeitung unzureichend angesprochen. Sicherlich trifft auf die Zeitung zu, was eine Umfrage unter 251 Schüler in Bayern zum Thema „Fernsehnachrichten ergeben hat. Grundsätzlich zeigten sich die Jugendlichen an Nachrichten interessiert. Allerdings wünschen sie sich eine eigene Nachrichtensendung mit unpolitischen Themen wie Tierfilmen und Sportnachrichten. Vor allem aber erwarten sie eine ihrem Alter gemässe Präsentation der Nachrichten, die zudem ohne Vorkenntnisse leicht zu verstehen sein sollten.

Als Basis für das Eingehen auf die künftigen Forderungen des Zeitungsmarktes muss ein klar definiertes Informationskonzept dienen, das verbindliche Aussagen darüber macht, welche Lesergruppen wann und wo, womit und worüber und in welcher Form informiert werden.

Die Hauptforderung an konzeptionelle Verbesserungen kann bei den meisten Zeitungen lauten: mehr Hintergrund, mehr Nähe zum Leser, mehr Leser-Service, bessere Lesbarkeit und mehr Übersicht durch besseren Umbruch und ein qualifizierterer und umfangreicherer Bildanteil. Zu den Bildinformationen, die der Leser sicherlich wünscht, gehören selbst Fotos der Redakteure, als Antwort auf die Frage: „Wer hat das eigentlich geschrieben?“

Die Einstellung des Lesers zur Zeitung ist heute nicht unbedingt ein politischer oder geistiger Standort, sondern auch Konsumverhalten. Die Zeitung von morgen wird sich daher als Konsumartikel wie jeder andere Seite für Seite, Zeile für Zeile und Tag für Tag verkaufen müssen. Sie wird sich behaupten müssen in einem Markt, der publizistisch und mit audiovisuellen überversorgt ist. Sie muss daher leicht zu konsumieren und für eine schnelle Leseführung ausgelegt sein.

Fraglos wird die Tageszeitung auch künftig ein differenziertes Themenspektrum anbieten müssen. Das immer noch übliche Denken in klassischen Ressorts scheint jedoch nicht mehr zeitgemäss: Themenkreise wie Wirtschaft und Lokales oder Kultur und Unterhaltung nähern sich immer mehr einander an. Vor allem zu Wirtschaftsfragen wird sich die Zeitung auch auf lokaler Ebene äußern müssen – wenn auch mit einem anderen Anspruch. Die kurze Lesedauer aufgrund veränderter Lesegewohnheiten verlangt geradezu nach Rubriken mit schneller lesbarer, zusammenfassender Berichterstattung. Das Neueste kennt der Leser bereits aus Funk und Fernsehen. Eine Wiederholung dieser Neuigkeiten ver-bietet sich damit von selbst. In der Vermittlung eines ergänzenden Hintergrundes und die Erklärung von Zusammenhängen – vor allem zu politischen, wirtschaftlichen und sozialen Themen – liegen Chancen begründet.

Eine bessere Ausarbeitung verträgt auch der Lokalteil der meisten Tageszeitungen. Lokale Themen sollten deshalb schon auf der Titelseite angerissen werden, für die meisten Leser sind sie wichtiger als überregionale und politische Themen. Weil der Leser gerade im Medium Tageszeitung Hintergrundinformationen zu lokalen und regionalen Themen am ehesten erwartet – ja fordert. Hinreichend bekannte Leserumfragen bestätigen dies stets aufs neue. Danach verlangen rund 90 Prozent der Zeitungsleser einen stärkeren Lokalteil. Denkbar wäre sogar eine Untergliederung in sublokale Teile, die nach Wunsch individuell beigefügt werden, da die ausgeprägtesten Interessen der Leser erfahrungsgemäss auf die unmittelbare Nachbarschaft beschränkt sind.

Am schwierigsten wird es sein, die politische Berichterstattung im Sinne des Lesers zu verbessern. Politik will nicht nur vermittelt, sie muss erklärt werden – sicherlich eine Binsenweisheit. Zur aktuellen und kurzgefassten Information kommt seit jeher die grundsätzliche und tiefergehende Darstellung des Hintergrundes, dem in Zukunft noch mehr Platz einzuräumen ist. Zur Anpassung des Konzepts an die Forderungen von morgen gehört sicher auch die Bereitschaft, die politische Strömung, der sich auch die unabhängige Tageszeitung nahe fühlt, und die Institutionen, die das Leben der Leser entscheidend bestimmen, stärker in Frage zu stellen und der Mut, dem Stammleser dies auch zuzumuten. Deshalb wird künftig auch gelten: Weg von der dpa-Meldung – hin zur eigenen Aufbereitung des Hintergrundes. Erheblich mehr Aufmerksamkeit werden die Leserinteressen im Wirtschaftsteil erfahren müssen. Nicht die für die meisten Leser eher abstrakte Darstellung des wirtschaftlichen Geschehens auf nationaler oder internationaler Ebene wird künftig im Vordergrund stehen. Statt dessen müssen Wirtschaftsnachrichten und die Auswirkungen der Wirtschaftspolitik auf die Region, ihre Bedeutung für die Lebensbedingungen jedes einzelnen verständlich erläutert werden. Im Wirtschaftsteil sucht der überwiegende Teil der Leser Antworten auf die Frage, wie sich Wirtschaftspolitik und wirtschaftliches Geschehen auf ihren ganz persönlichen Geldbeutel auswirkt.

Auch die Service-Leistungen des Verlags in Richtung Leser müssen weiter aus-gebaut werden, durch ein Lesertelefon etwa, das bei aktuellen Ereignissen Rückfragen erlaubt oder bei Katastrophen Hilfeleistung durch Informationen bietet, oder durch das Angebot von Seminaren zu bestimmten Tagesthemen.

Das konsequente Aufgreifen moderner Technologien in Redaktion und im Satzbereich hat die Wirtschaftlichkeit der Tageszeitung nicht entscheidend verbessert. Vor Ihrer Einführung waren die Kosten für den Zugang zum Zeitungsmarkt unerschwinglich, ein Grund dafür, da? sich in den letzten Jahrzehnten die Struktur des Zeitungsmarktes kaum verändert hat. Gleichzeitig erlaubt aber gerade die neue Technik und damit das Eindringen in den bis vor wenigen Jahren noch festgefügten Zeitungsmarkt. Die werbende Wirtschaft würde vor allem noch neu zu gründende überregionale Tageszeitungen für landesweite Kampagnen begrüssen. Zwar gibt es bereits beachtliche Bestrebungen, die diese Richtung andeuten, Zusammenschlüsse oder Vereinheitlichung der Formate etwa. Die Möglichkeit, überregionale Zeitungen zu etablieren, stösst allerdings hierzulande heute noch rasch an Grenzen, ganz im Gegensatz zu Großbritannien und den USA, wo landesweit verbreitete Zeitungen eher die Regel sind. In der Bundesrepublik scheitern solche Pläne bislang an den hohen Investitionskosten, die eine Zeitungsneugründung erfordern würde. Und nicht zuletzt an überkommenen Strukturen und Lesegewohnheiten sowie an der Tatsache, da? die wenigen überregionalen Tageszeitungen seit langem unangreifbar etabliert sind.

Bei aller Modernität und Vielfalt der Medienlandschaft von morgen bietet die Tageszeitung dennoch nicht zu unterschätzende Vorteile: Sie bindet nicht an ein zeitliches Programmschema, sie lässt sich anfassen, einpacken und mitnehmen, sie ist grundsätzlich menschlicher und damit persönlicher als alle anderen Medien. Hier liegen nach wie vor begründete Chancen.

Die tiefgreifendste, aber erfolgsversprechendste Veränderung im Zeitungswesen wird eine konsequente „Personalisierung“ der Tageszeitung mit sich bringen. Hierin ist ein zukunftsweisender Weg aus dem Dilemma heraus zu sehen, will man neben den elektronischen Medien wie Fernsehen oder Internet die sich immer klarer abzeichnenden Bedürfnisse des Zeitungslesers nach individuell gestalteter Information tatsächlich erfüllen, ihm „seine“ Tageszeitung anbieten und zustellen. An der Technik wird diese Form der Zeitung nicht scheitern, sie will lediglich gefordert werden, die Möglichkeiten sind bereits vorhanden.


Diese personalisierte Tageszeitung wird den Empfängern wie ein persönlicher Brief mit Namen und Anschrift erreichen und seine persönlichen Anforderungen an eine Zeitung erfüllen. Bereits beim Abschlu
ss eines Abonnements wird der künftige Leser sich aus einer Checkliste seine individuelle Zeitung zusammen-stellen können, die voll und ganz seine eigenen Interessen, Gewohnheiten und Neigungen entspricht, die auf die persönlichen Ansprüche jedes Familienmitgliedes zugeschnitten ist. Der Heimwerker wird einen umfangreichen Do-it-your-self Teil abrufen können und seine Frau vielleicht ausführlichere Informationen zu Themen wie Fitness oder Kosmetik. Das heiss t: Neben einem festen Mantel erhält der Abonnent die Teile, an denen er interessiert ist. Ressorts, die er nicht wünscht, wird er in seiner Zeitung nicht mehr oder in reduziertem Umfang finden. Der besonders stark am Kulturteil interessierte Leser beispielsweise wird diesen bekommen, und zwar gegenüber der Standardausgabe um einiges umfassender und detaillierter. Gleichzeitig wird er vielleicht auf den Sportteil ganz verzichten wollen.

Der überwiegend an Sportthemen Interessierte hingegen wird einen erweiterten Sportteil abrufen können oder gar ein Sport-Supplement beziehen. Denken wir noch einen Schritt weiter, zeichnet sich eine noch weitergehende, wenn auch zugegebenermassen visionäre Entwicklung ab: Der Drucker im Haushalt des Lesers – per Kabel mit der Zeitungsredaktion verbunden oder die Nachricht per Internet. Nach Bedarf lässt sich der Leser spezielle Informationen ausdrucken – so wie sie seinen Wünschen gemäss vom Computer zusammengestellt wurden. Das könnten alle Immobilien-Angebote einer Woche sein oder alle Beiträge zu einem bestimmten kommunalen Thema während eines wählbaren Zeitraums.

Die Personalisierung der Zeitung wird jedoch weit mehr umfassen. Sie wird eine Reihe von Response-Elementen mit Namen und Anschrift des Lesers enthalten, mit denen dieser in unterschiedlicher Weise reagieren kann. Die mehrfach personalisierbare Zeitung wird für die werbende Wirtschaft zu einem Medium von bisher nicht gekannter Attraktivität werden. Solche Vorstellungen sind für das Anzeigenmarketing eigentlich eine deutliche Herausforderung, zumal das Anzeigengeschäft für die meisten Verlage rund 75 Prozent der Einnahmen erbringt. Diese Reaktionsmöglichkeiten könnten überdies entscheidend zur Festigung der Leser-/Blatt-Bindung beitragen und eine stärkere Identifikation des Lesers mit seiner Zeitung herbeiführen. Dem Verlag geben sie die Chance, den Bürger am Meinungsbildungsprozess stärker zu beteiligen, seine Meinung vorzubereiten. Vor allem im lokalen Bereich wird der Leser diese Möglichkeit begrüssen: Abstimmung über ein Problemfeld per Antwortkarte aus der Tageszeitung. So wird die Zeitung zum permanenten Resonanzboden des Bürgerwillens.

Selbstverständlich soll hier nicht unterschlagen werden, dass Technik und Vertrieb gegenüber diesen Vorstellungen von der Zeitung der Zukunft ihre Vorbehalte haben werden, wohl auch nicht ganz zu Unrecht. Was aber sicherlich richtig ist: Weit stärker als bisher wird man in Verlagen vom Markt her denken müssen und nicht vorrangig aus der Sicht von Technik und Vertrieb. Die notwendge Orientierung am Lesermarkt und seinen Bedürfnissen wird die Entwicklung bestimmen, und die Weiterentwicklung der neuen Technologien wird die Voraussetzungen dazu schaffen.

Veröffentlicht in HORIZONT: 10.03.1989

IHK und HWK 2.0: Wikis, Blogs, Twitter, SocialSoftware, Video-Clips …

dihk-logoWann werden die 80 Industrie- und Handelskammern (IHK) und die 55 Handwerkskammern (HWK) in Deutschland das WEB 2.0-Zeitalter einläuten?
Diese Frage stellen sich immer häufiger die Mitglieder der Kammern. Denn schließlich sind es die Unternehmen mit ihren Mitglieds-Beiträgen, die für das finanzielle Rückgrat der Kammern aufkommen. Nicht nur die großen Unternehmen, sondern „alle natürlichen und juristischen Personen sowie Personengesellschaften, welche im IHK-Bezirk entweder eine gewerbliche Niederlassung oder eine Betriebsstätte oder eine Verkaufsstelle unterhalten und zur Gewerbesteuer veranlagt werden, sind Mitglieder der Industrie- und Handelskammer.“ Entsprechend ist das bei den Handwerkskammern geregelt.

zdh-logoFörderung und Unterstützung ihrer Mitglieder sind wichtigste Aufgaben der Kammern. Da sie alle Unternehmer in Deutschland vereinigen, sind sie dafür prädestiniert, etwa 4,5 Mio. Mitgliedern technisch und organisatorisch das Beste zur Verfügung zu stellen, um ihnen ein modernes, ausgefeiltes und leistungsfähiges Netzwerk zu bieten. Dieses Netzwerk, das heute schon durch gefühlte 50.000 Veranstaltungen geboten wird, könnte ohne große Probleme auch online umgesetzt werden. Insbesondere kleine und mittlere Unternehmen und Existenzgründer – also junge und meist mit wenig Eigenkapital ausgestattete – wären die hauptsächlichen Nutznießer, denn sie brauchen gut funktionierende Netzwerke, um schnell und preiswert Geschäftskontakte aufzubauen.

Hier helfen Networking-Plattformen mit der Chance, ohne Kapitalaufwand neue Kontakte und Geschäfte anzubahnen, sich selbst optimal zu vermarkten und sich künftigen Geschäftspartner positiv zu präsentieren.

ihk-logoWarum nutzen die Industrie- und Handelskammern und Handwerkskammern  so wenig Web 2.0?
Beobachtet man die Kammern, dann kann man feststellen, dass sie zwar ihren Mitgliedsfirmen Web 2.0 nahe bringen, das Web aber für sich selbst noch nicht so richtig entdeckt und umgesetzt haben. Erst langsam und sehr vom Engagement Einzelner abhängig, testet man hier und da die Nützlichkeiten von Wikis, Blogs, Videos, Twitter & Co.

Insbesondere Networking (Social Software), Video-Clips, Blogs oder Twitter wären typische Vorteils-Bringer für die Mitglieder der Kammern – aber die IHK-Verantwortlichen bleiben lieber bei „old style“, wie mir ein IHK-Mitarbeiter auf diese Frage antwortete.

logo hwk Sie haben allen Grund – bei zahlreichen und lauter werdenden Stimmen über die IHK-„Zwangs-Mitgliedschaft und den -beitrag“ – mehr Service und mehr Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben. Gerade eine eigene Community-Plattform  könnte das Geschäft der IHK-Mitglieder neu beleben und zu einem regeren Austausch unter Mitgliedern und mit den Kammern beitragen. Aber dieses Feld überläßt man lieber anderen Playern auf dem Markt (laut einem IHK-Twitterer) – Beispiele sind XING und LinkedIN.

Meine bisherige Ausbeute bei der Suche nach Web2.0-Anwendern war dann auch mehr als bescheiden (Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit):

Die IHK Hannover blogt.

Die Lüneburger üben sich an einem Azubi-Blog – noch in Betaversion – aber alle Achtung.

Von den Wirtschaftsjunioren hätte ich mir mehr erwartet, aber hier bloggen nur die Wirtschaftjunioren Giessen-Vogelsberg, die WJ Hessen und die aus Freiburg.

Schwerin – Bildungszentrum

IHK Osnabrück twittert ebenso die IHK Nürnberg.

Seit 5. August 2009 zwitschert auch die IHK-Niederrhein in Krefeld (für Seminare). Die IHK Stuttgart, die Vermarktungsgesellschaft der IHK-Zeitschriften aus Wiesbaden,  die IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg sind ebenfalls ganz neu dabei.

Erster und einziger IHK-Hauptgeschäftsführer, der twittert – Michael Zeinert von der IHK Lüneburg.

Und die erste Kammer, die den Existenz-Gründern besondere Aufmerksamkeit mit WEB2.0 widmet, sind die Norddeutschen.

Der DIHK zwitschert bisher noch nicht, hat aber schon mal einen Account eröffnet, wenn’s kein Fake ist . Man darf gespannt sein, wann es losgeht!

Bei den Handwerkskammer sieht es kaum anders aus:
Nur HWK Stuttgart
, HWK Dresden, HWK DüsseldorfHWK Freiburg und HWK Trier twittern.

Eine „virtuelle Pinwand“ (das Wiki) zur Image-Kampagne des Handwerks (ZDH)  ist freigeschaltet unter: http://bit.ly/BZzB5.
Die Frage nach dem „Warum“ kann nicht eindeutig beantwortet werden, da sich die Kammern bei Nachfrage eher verschlossen geben.

web2.0Wie könnte eine IHK 2.0 aussehen?

Wie jeder Zusammenschluss von Menschen oder Unternehmen, so sind auch die Kammern von vorne- herein ein Netzwerk von Interessen, die man zusammen umsetzen möchte. Dafür bedarf es mehr denn je in einer schnelllebigen Wirtschaft bester Kontakte und eines schnellen Austausches von Informationen und Gütern. Kaum ein anderes Medium ist dafür besser geeignet als das Internet – bestens aufgestellt sind Online-Netzwerke, die es den Mitgliedern selbst überlassen, aus den ihnen zur Verfügung gestellten Werkzeuge (Profileingaben, Suchfunktionen, Videos, virtuellen Telefon- und  Video-Konferenzen sowie Messen, Wikis usw. usw.), ein optimales Dialog-Marketing zu entwickeln.
Ein modernes virtuelles Networking schafft unendlich viele Kontaktmöglichkeiten. Durch Chats, Foren, Messages, Bildern , Dokumenten, Videos, Kommentaren und Bewertungen kommunizieren viele Mitarbeiter regional, national oder international miteinander und schaffen durch Austausch Interesse und Vertrauen in eigene Produkte und Dienstleistungen. Wer anders als die Kammern bietet eine so hervorragende Grundlage mit der größten Anzahl von Unternehmen in Deutschland? Hier liegt ein riesiges Potential für die Kammern und die Mitglieder!
Schnelle Informations-Vermittlung von den Kammern zu den Unternehmen und zurück sowie zwischen den Unternehmen wäre mit diesem Tool realisierbar. Wissens-Transfer könnte durch ein Modul „eLearning“ (Lernplattform) angegliedert werden, um einen weiteren Auftrag der Kammern sicher zu stellen und weiter zu untermauern: Die Aus- und Weiterbildung der Mitglieds-Unternehmen und deren Mitarbeiter. Die Lernplattform wäre integraler Bestandteil der Networking-Plattform – keine neue Insellösung, kein abgesonderter Lernort, sondern integriertes Tool der SocialSoftware – mit virtuellem Klassenzimmer, 1:1-Chats zwischen Lernendem und Lehrendem und 1:n-Unterrichtsvermittlung mit modernster Technik über den PC.Börsen für Jobs, Recycling, Geschäftspartner-Suche, Finanzierungen, Räume-Grundstücke und Gebäude sowie Auftrags- und Kooperations-Börsen sind transparente und integrierte Bestandteile eines von Usern (Unternehmen) gepflegten Contents, der den Kammern und den Unternehmen nicht nur auf Dauer mehr Nutzen bringen dürfte, als dies im ersten Moment erscheint.
Wer an das Wohl seiner Mitglieder denkt und deren Vorteile in den Mittelpunkt seiner Überlegungen und Kammerarbeit stellt, wird sich der Vielzahl der Vorteile von SocialMedia nicht erwehren können.
Inzwischen haben wir eine Test-Variante für die IHK entwickelt und auf unserem neuen COMMUNITY-PORTAL online gestellt – als geschlossene Community mit Einladung – Sie können über eine Anfrage frei geschaltet werden – http://www.WEPS.AG 

Sollten Sie weitere Web2.0-Aktivitäten von IHKn oder HWKn kennen, schreiben Sie es einfach als Kommentar dazu oder twittern Sie mir die Angaben http://www.twitter.com/BAYARTZ – DANKE.
twitter
Da es doch jetzt mehr twitternde IHKn und HKWn werden, habe ich eine neue Übersicht zusammen gestellt:
IHK Aachen und IHK Aachen -Weiterbildung
IHK Arnsberg, Hellweg-Sauerland
IHK Aschaffenburg
IHK Schwaben
IHK Oberfranken
IHK Berlin
IHK Bielefeld
IHK Bochum
IHK Bonn und IHK-Weiterbildungsgesellschaft
IHK Braunschweig
IHK Bremen
IHK Bremerhaven
IHK Chemnitz
IHK Coburg
IHK Cottbus
IHK Darmstadt
IHK Lippe zu Detmold
IHK Lahn-Dill
IHK Dortmund
IHK Dresden
IHK Düsseldorf
IHK Duisburg-Wesel-Kleve
IHK Ostfriesland und Papenburg
IHK Erfurt
IHK Essen
IHK Schleswig-Holstein
IHK Flensburg
IHK Kiel
IHK Lübeck
IHK Frankfurt a.M.
IHK Ostbrandenburg und ihr Pressesprecher Thilo Kunze
IHK Südlicher Oberrhein (Freiburg) und deren Wirtschafts-Junioren
IHK Fulda
IHK Ostthüringen zu Gera
IHK Giessen-Friedberg
IHK Hagen
IHK Halle-Dessau
IHK Hamburg und hier
IHK Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern
IHK Hannover
IHK Ostwürttemberg
IHK Heilbronn-Franken
IHK Karlsruhe
IHK Kassel
IHK Koblenz
IHK Köln
IHK Hochrhein-Bodensee
IHK Mittlerer Niederrhein – Pressestelle der IHK Niederrhein in Krefeld und IHK Seminar – Neues aus der beruflichen Weiterbildung in Krefeld
IHK Leipzig
IHK Limburg
IHK Pfalz, Ludwigshafen
IHK Magdeburg
IHK Rheinhessen
IHK Rhein-Neckar
IHK München und Oberbayern
IHK Nord Westfalen
IHK Neubrandenburg
IHK Nürnberg
IHK Offenbach
IHK Oldenburg
IHK Osnabrück-Emsland
IHK Niederbayern, Passau
IHK Nordschwarzwald
IHK Potsdam und hier
IHK Regensburg
IHK Reutlingen und die Wirtschaft-Junioren
IHK Rostock
IHK Saarland
IHK Schwerin
IHK Siegen
IHK Stade
IHK Stuttgart und hier
IHK Südthüringen
IHK Trier
IHK Ulm
IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg und die Wirtschafts-Junioren des Nord-Schwarzwaldes
IHK Bodensee-Oberschwaben
IHK Wiesbaden und  Gordon Bonnet, Pressesprecher und Geschäftsleiter Unternehmenskommunikation der IHK Wiesbaden
IHK Würzburg-Schweinfurt
IHK Wuppertal-Solingen-Remscheid und deren Pressesprecher, Thomas Wängler
IHK Lüneburg-Wolfsburg – Hauptgeschäftsführer Michael Zeinert und der Geschäftsführer Sönke FeldhusenDIHK
IHK Hessen und die Wirtschafts-Junioren Hessens
followme
Handwerkskammern
HWK Aachen
HWK für Schwaben in Augsburg
HWK für Ostfriesland
HWK für Oberfranken
HWK Berlin
HWK Ostwestfalen-Lippe zu Bielefeld
HWK Bremen
HWK Chemnitz
HWK Cottbus
HWK Dortmund
HWK Dresden
HWK Düsseldorf und hier
HWK Erfurt
HWK Flensburg und der Kammerteil des Magazins der Handwerkskammer Flensburg
HWK Frankfurt (Oder) Region Ostbrandenburg
HWK Freiburg
HWK für Ostthüringen
HWK Halle
HWK Hamburg und der Kammerteil des Magazins der Handwerkskammer Hamburg
HWK Hannover
HWK Heilbronn-Franken
HWK Hildesheim-Südniedersachsen
HWK der Pfalz
HWK Karlsruhe
HWK Kassel
HWK Koblenz
HWK Köln
HWK Konstanz
HWK Leipzig
HWK Lübeck (Pressesprecher)  und der Kammerteil des Magazins der Handwerkskammer Lübeck
HWK Braunschweig-Lüneburg-Stade
HWK Magdeburg
HWK Mannheim-Rhein-Neckar-Odenwald
HWK München und Oberbayern
HWK Münster
HWK Ostmecklenburg-Vorpommern Hauptverwaltungssitz Neubrandenburg
HWK Ostmecklenburg-Vorpommern Hauptverwaltungssitz Rostock
HWK Mittelfranken, Nürnberg und hier nochmal zu finden
HKW Niederbayern-Oberpfalz
HWK Oldenburg
HWK Osnabrück-Emsland
HWK Potsdam
HWK Reutlingen
HWK Mainz
HWK Rhein-Main Frankfurt
HWK Saarland
HWK Schwerin und der Kammerteil des Magazins der Handwerkskammer Schwerin
HWK Region Stuttgart
HWK Südthüringen
HWK Südwestfalen
HWK Trier
HWK Ulm
HWK Wiesbaden
HWK für Unterfranken
Zentralverband des Deutschen Handwerks
 

// <![CDATA[
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This is an Adobe Acrobat 9 presentation. It may take a while to load. Adobe Reader 9 is required to view it. Download it here if you don’t have it installed.

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}
}
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// ]]>

 

 

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Favorites, Groups & Events

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100 Favorites, 20 Groups and 10 Events

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IHK als Social Network Mai 2008 – Presentation Transcript

  1. Wie die Industrie- und Handelskammer (IHK) im Web 2.0 aussehen könnte…
  2. Warum die Fragestellung? Meiner Beobachtung nach haben die K
  3. ammern das Web 2.0 noch nicht für sich entdeckt. Dabei wäre da viel zu machen. Werfen wir deshalb mal einen Blick in das „Labor“ und mixen mit ein paar Zutaten uns die IHK der Zukunft selbst zusammen…
  4. Eine Kammer ist ein Netzwerk. Jede Kammer, egal ob für Industrie und Handel, Handwerk, Ärzte oder Anwälte, ist ein Zusammenschluss einer größeren Anzahl von Personen. Deshalb muss die „Kammer 2.0“ in erster Linie ein Social Network sein.
  5. Jedes Mitglied bekommt ein Profil in seinem Netzwerk. Im Mittelpunkt eines Social Networks stehen die Mitglieder. Diese haben dort ein eigenes Profil . Größere Mitglieds- unternehmen können mit mehreren Personenprofilen im Kammer-Netzwerk vertreten sein.
  6. Ein modernes Netzwerk verfügt über einen Lifestream. Der Lifestream zeigt den Mitgliedern relevante Neuigkeiten aus ihrem Bereich. Also Veranstaltungen, neue Mitglieder, Gesetzes- oder Satzungsänderungen… Per RSS lässt sich der Lifestream individuell konfigurieren und adaptieren.
  7. Ein Netzwerk schafft vielfältige Kontaktmöglichkeiten. Entscheidend ist der Informationsfluss . Die Mitglieder sowie die Experten der Kammer können untereinander über unterschiedliche Tools kommunizieren : Messages (Mail), Chat, Foren, Bewertungs- und Abstimmungswidgets, Kommentare per Video (Seesmic)…
  8. Ein Netzwerk fördert auch die Bildung von Gruppen. Charakteristisch in Social Networks sind Gruppen . Eine solche Funktion leistet auch im Kammer-Netzwerk gute Dienste, da sich Gruppen nach Themen (ohne Bezug zu einer Region) oder nach Orten (mit lokalen Themen im Fokus) bilden können.
  9. Und das Kammer-Netzwerk ist eine Wissensbasis. Das Wissen wird in Wikis archiviert, an denen alle (Mitglieder + Kammerexperten) gemeinsam arbeiten können. Nicht fehlen darf eine Tagging-Funktion , mit der die Mitglieder für sich relevante Dokumente verschlagworten können.
  10. Alles klar? Ist das eine ferne Utopie? Oder ein unrealistisches Märchen? Nein. All das gibt es heute schon . Man muss sich dazu nur beispielsweise auf Xing, Facebook, der Wikipedia, oder auch friendfeed umsehen.
  11. Wo liegt der Nutzen? Höhere Informationstransparenz. Schnellere Wissensvermittlung. Offenere Dialog- und Abstimmungs-strukturen (mehr Demokratie). Bessere und häufigere Kontakte der Mitglieder untereinander. Kostendegression durch das Mitwirken der Mitglieder (Crowdsourcing).
  12. Und ein interessanter Punkt zum Schluss: Die „Kammer 2.0“ stellt in dieser Form (als Social Network) ihre Mitglieder voll und ganz in den Mittelpunkt. Und so sollte es ja auch sein, oder?
  13. Impressum Matthias Schwenk Dipl. – Kfm. Unternehmensberater Schönhaldenstr. 26 88348 Bad Saulgau Tel.: +49 (0) 7581 502 95 35 Mobil: +49 (0) 172 756 29 29 Mail: m.schwenk@bwlzweinull.de Blog: http://www.bwlzweinull.de Stand: Mai 2008

WEPS 2.0: CRM und Networking – wie kann’s gehen?

weps-software-logoUnsere neue Business-SocialSoftware wollen wir an einigen Stellen step by step verbessern. So soll die ursprünglich als Business-Networking gedachte Plattform nach und nach zu einem Management-Instrument werden.

Wenn wir Existenzgründer sowie kleine und mittlere Unternehmen in den Focus unserer Überlegungen stellen, erscheint uns das Ziel, eine Art „Arbeits-Plattform“ zu schaffen, auf der sich die User ihren Büroalltag organisieren, sehr naheliegend und wichtig.

Basis ist die Networking-Plattform – sie soll wichtige Kontakte für das Unternehmen möglich machen. Danach bieten allerdings die bisherigen Plattformen meist keine weiteren unterstützenden Hilfe an – abgesehen von XING, die noch das Abgleichen bspw. mit Outlook ermöglicht.

Wichtig – und bei allen Plattformen immer vernachlässigt – wird aber die weitere Planung eines Kontaktes/eines Interesssenten, nachdem man ihn im Netz gefunden hat – es sei denn, man „verfolgt“ ihn an anderer Stelle (Outlook oder mit CRM-Software) weiter. Was habe ich mit ihm vor? Muss ich ihm Informaterial schicken und bis wann sollte er sich gemeldet haben? Muss ich nachfassen? Wann? Wie?

In allen Netzwerken findet der User darauf keine Antwort, wird nicht angehalten, sich eine Planung zu jedem Kontakt aufzubauen. Er wird nicht an seine intern gesetzten Kontakt-Termine erinnert, weil keine da sind. So werden haufenweise Kontakte generiert, aber aktive Gestaltung von Prozessen zur Gewinnung eines Kunden werden komplett vergessen – es sei denn mit viel Überlegung, Eigeninitiative und in anderen Insellösungen entwirft sich jeder ein eigenes Kontakt-Verfolgungs-System.

Ein ewiges Ärgernis sind auch nicht vorhandene ‚Historien‘ der Aktivitäten, die man mit einem Kontakt aufgebaut hat. Warum kann es beim Kontakt nicht eine Liste mit allen Aktivitäten zu diesem Kontakt geführt werden. Warum kann man dort nicht zusätzliche Infos und Termine, Dokumente, Videos, Mails und Briefe nach Datum geordnet auflisten? Eine enorme Erleichterung wäre das bei der weiteren Planung eines Kontakt-Profils!

Damit verbunden wäre wirklich der User zu beneiden, der auch direkt aus der Plattform heraus die Briefe und Mails schreiben könnte, sie beim Kontaktprofil ablegen und dort einen Erinnerungs-Status eintragen könnte, an den er dann per Mail am Tage X erinnert wird und seine Planung dann eine Fortführung findet.

Soweit so gut: Diese Punkte werden wir beim kommenden Relaunch einbauen und somit die erste Plattform sein, die dem User bedeutend mehr Möglichkeiten neben dem Netzwerken anbietet. Aber: Was kommt dananch? Welche Hilfen sind noch wichtig für die Optimierung des Büroalltags? Welche Management-Funktionen sind darüber hinaus wichtig?

Wir suchen nach Lösungen, die den Arbeitsalltag bei Geschäftsanbahnungen und Kontakthalten vereinfachen. Haben Sie mit Plattformen Erfahrungen gesammelt, die man verbessern könnte? Kommentieren Sie oder schicken Sie einfach eine Mail an ag@theweps.com.

Fußball-Fan-Plattform mit Talk-Runde – Clou: Fan-Abstimmungen live

hartaberfairDie Idee ist nicht wirklich groß, aber so einfach wie genial:
Auf der neuen WEPS-Plattform werden Talk-Runden durchgeführt  – live oder on-demand.

Gestritten wird über Fußball, Politik, Wirtschaft oder über ein beliebig anderes Thema – möglichst  ‚hart aber fair‘!

Damit es nun nicht wieder eine dieser langweiligen Talkrunden wird, wie wir sie zuhauf aus TV und live  kennen, werden wir dem User, der sich ja während einer Sendung nicht durch Klatschen, Pfeifen oder BUH-Rufe äußern kann, die Möglichkeit geben, sich positiv oder negativ durch Klicken eines Buttons an der Snedung zu beteiligen. Ist sie zudem live, kann er per Chat-Funktion auch zusätzlich Fragen stellen und sich zu den Fragen des Moderators und den Antworten der Runde äußern.

Damit führen wir eine Art direkter Mitwirkung an einer Sendung erstmalig im Web ein.

Ihre Anregungen, Ihre Kritik aber auch Ihre Zustimmung ist gefragt – bitte hier kommentieren!