Monatsarchiv: Mai 2009

LocalNews plus Networking (3): Seit 2008 – www.localido.de

Localido-Logo

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Localido ist die neue Online-Community für alle aus der Lausitz, für Weggezogene, für Freunde, Verwandte und Bekannte, die Interessen teilen, in Kontakt bleiben oder einfach über sich und ihre Meinung schreiben wollen“, heißt es auf der seit Anfang 2008 geschalteten Community-Site der Lausitzer Rundschau (gehört zur Holtzbrinck-Gruppe).

Die unter Beratung einer spezialisierten Agentur entstandene Plattform wendet sich vorwiegend an junge Leute im regionalen Umfeld von Cottbus, die auch mit Hilfe des Rundfunksenders Radio Cottbus (LR ist am Sender beteiligt, ‚Localido‘ wird zusammen mit Radio Cottbus betrieben) verstärkt für die Community beworben werden sollen. Mit rund 2500 angemeldeten Usern liegt man nach Verlagsangaben durchaus im Soll, möchte sich aber durch weitere Maßnahmen um eine deutliche Steigerung bemühen.

Nichts deutet für den User darauf hin, dass es sich um eine Community der Lausitzer Rundschau handelt – das war gewollt von Seiten des Verlags-Managements! Man fragt sich natürlich, was das mit ‚Markenführung‘ einer Tageszeitung zu tun hat und erinnert sich an längst vergangen geglaubte Zeiten, in denen alte Denkweisen und übervorsichtiges Handeln des Managements beim Umgang mit den jeweiligen neuen Medien Oberhand hatten.

Glauben die Verantwortlichen nicht an ihre eigenen Kräfte, an die positiven Wirkungen des eigenen Produktes und die hervorragende Stellung der Tageszeitung im lokalen und regionalen (Leser- und Anzeigen-)Umfeld? Schätzen sie ihre „Marke“ (wird sie eigentlich so von Verlegern gesehen?) nicht so stark und verwurzelt ein, um mit ihr auch über neue Medien junge Zielgruppen „anzubaggern“? (Apropos: Alte Zielgruppen muss man auch mit neuen Medien erobern, denn sonst fühlen sich diese vernachlässigt und nicht angesprochen – man befasse sich einmal mit den Wachstums-Zahlen der silver-age-Group im Netz) Wer, wenn nicht die Tageszeitung, hat eigentlich die Hoheit im regionalen Werbe- und Consumermarkt? Welches andere Medium kann ihr da das „Wasser reichen“? Glaubte man nicht insbesondere den Nachrichten in der lokalen Tageszeitung? War sie nicht die tonangebenden Macht in der Region?

Das Engagement der Lausitzer, sich so früh und konstruktiv dem Thema „Internet“ und „Community“ zu nähern, ist grundsätzlich zu loben und der Testwille und die Bereitschaft, auch über eine Veränderungen der strategischen Ausrichtung nachzudenken, bleibt bemerkenswert. Dennoch bleibt immer etwas Unbehagen, wenn sich auch bei der Frage nach Erlösmodellen immer auf alte Lösungen konzentriert wird. Dieses Problem ist aber ebenso wie die Frage nach dem Aufbau einer nationalen Dachmarke ein ganz schwieriges und ungelöstes Feld in deutschen Tageszeitungs-Verlagen. Neue Konzepte auch mit anderen LocalNews-Anbietern (bspw. um eine regionale Dachmarke zu formulieren) zu entwickeln, neue Methoden zur Finanzierung von Internet-Auftritten (bspw. Verknüpfungen zwischen Consumer- und Business-Communities herzustellen) zu prüfen und zu testen, bleiben Hauptaufgaben – nicht nur der Verlage und nicht nur in Cottbus.

Ein Wort zu consumer-generated-content:
Die deutlich besten Zugriffe haben Bilder und Videos hochladen. Den User einzuladen, an der Willensbildung und der Community mit zu gestalten, ist ein wichtiges Anliegen aller Web2.0-Unterstützer. Auch die Lausitzer haben noch Nachholbedarf – Kommentare sollte jeder einstellen dürfen, ohne sich erst kompliziert und langatmig anmelden zu müssen (Problem ist erkannt und wird in Cottbus bald abgestellt). Bewertungen von Artikeln und anderen Tools dienen genauso der Orientierung und sind Bestandteile von user-generated-content. Bürgerjournalismus ist aber für viele Verlags-Verantwortliche inkl. Journalisten noch ein Horror-Szenario – gehört aber gleichwohl zu einer sich verändernden Welt, neuen Informations-Nutzungen und -Bedürfnissen bei allen Zielgruppen. Wer das nicht begreift, beachtet und integriert, wird nicht akzeptiert – so einfach ist das.

Die junge Garde der Nachwuchskräfte hat das Ticken der ablaufenden Print-Uhr sehr wohl vernommen. Es wird Zeit, auch Redaktionen und Journalisten, Verleger und Verlagsleiter in die Internet-Fortbildung zu schicken, damit Web2.0, Vernetzungen, Bürgerjournalismus, Twitter und Co. keine unverstandenen oder  ungenutzten Themen für das Überleben heutiger Printmedienhäuser bleiben.

Web2.0, Communities und Networking-Plattformen von Verlagen – Liste

Verlage (insbesondere Tageszeitungs-Verlage) stehen vor schwierigen Endscheidungen – sehr viel wird darüber seit einiger Zeit berichtet.

Eine Möglichkeit, sich neu zu positionieren, ist die Integration neuer Medien.
Eine Sammlung bereits existierender Web2.0-Anwendungen und SocialNetworking-Plattformen soll einen Überblick verschaffen. Die mit eigenen Lösungen werde ich nach und nach besuchen und im Blog kommentieren – solche mit einer Facebook- oder MySpace-Lösung nicht, da ich diese Form nicht als zielführend für einen Verlag ansehe:

a) Verlag
b) Webseite
c) Networking-Plattform
d)
Twitter
e) andere

Deutschland

a) Hallepost
b) www.hallepost.de/
c) www.w3.hallepost.de

a) Augsburger Allgemeine
b) www.augsburger-allgemeine.de
c) www.community.augsburger-allgemeine.de/ und www.augsburger-allgemeine.de/Home/Servus/

a) Lausitzer Rundschau, Cottbus
b) www.lr-online.de
c) www.localido.deMein Kommentar dazu

a) Zeitungsverlag Aachen / AZ + AN
b) www.az-web.de/www.an-online.de
c) www.5zwo.deMein Kommentar dazu
d) www.twitter.com/5zwo

a) Neue Westfälische, Bielefeld
b) www.nw-news.de
e) Kommentar-Funktion – Mein Kommentar dazu

a) Kölner Stadtanzeiger
b) www.ksta.de
c) ksta.stadtmenschen.de

a) Frankfurter Rundschau
b) http://www.fr-online.de
c) http://www.fr.stadtmenschen.de

a) Mitteldeutsche Zeitung, Halle
b) http://www.mz-online.de
c) http://www.mz.stadtmenschen.de

a) Süddeutsche Zeitung, München
b) http://www.sueddeutsche.de
e) www.laufbahner.de – Job-Suche

a) Zeitungsgruppe WAZ, Essen
b) www.waz-mediengruppe.de
c) www.derwesten.de

a) Rheinische Post, Düsseldorf
b) www.rp-online.de
e) Blogs

a) tz (Münchner Merkur), München
b) www.tz-online.de
c) www.tz-online.de/community

Fach- und Publikums-Presse

a) Neue Wirtschafts-Briefe, Herne – Fachverlag für Steuerberater
b) http://www.nwb.de
c) http://www.nwb-community.de

a) Deutscher Fachverlag, Frankfurt – Horizont – Fachzeitschrift für die Werbung
b) http://www.dfv.de, http://www.horizont.de
c) http://www.horizontpeople.de

a) Beck-Verlag, München – Fachverlag für Juristen, Steuerberater, Wirtschaftprüfer und weitere Berufsgruppen
b) http://www.beck.de
c) http://www.community.beck.de

a) ManagerMagazin, Hamburg
b) www.manager-magazin.de
c) www.manager-lounge.manager-magazin.de

Weitere Vorschläge und Kommentare bitte unter der Kommentar-Funktion oder an ag@theweps.com mailen!

LocalNews plus Networking (2): 5zwo.de

Als einer von wenigen Tageszeitunsgverlagen verknüpft der Zeitungsverlag Aachen GmbH seine beiden Lokalzeitungen Aachener Zeitung und Aachener Nachrichten mit einer (selbst entwickelten) Networking-Plattform (www.5zwo.de):

Optisch ist die Site gut gelungen – wenngleich sehr weit weg von der Tageszeitung – gewollt?
Dann frag ich mich, warum die Zeitungen so etwas initialisieren, wenn sie keinen großen Wert auf Widererkennung legen?

In der heutigen Zeit mit dramatischen Änderungen bei Nutzern ist es doch für die Verlage (über-)lebensnotwendig, neue (junge) Leserschichten an das Produkt „lokale und regionale Nachricht“ heran zu führen!

Deshalb kommen mir die redaktionellen Beiträge zu kurz und der Bruch zum „Nachrichten-Portal“ zu krass – das sind für den User zwei verschiedene Produkte.

Bisher gibt es auch kein Erlösmodell, das – jedenfalls beim Start der Beta – für der Erhalt der Arbeitsplätze heran gezogen werden kann. Ist da noch etwas geplant? Mir fehlt grundsätzlich die Erkenntnis der Verlage, mit anderen zusammen zu arbeiten, zu entwickeln, zu testen und eine Dachmarke mit anderen Tz-Verlagen in Deutschland zu bilden. Ansonsten steht eine solche Plattform wie 5Zwo so ganz alleine in Aachen – die Menschen wollen aber über die Region (die sehr wichtig ist) hinaus ihre Kontakte knüpfen!

Die Plattform wurde am Startwochenende gut angenommen und erhielt mehr als 100.000 Zugriffe. Auf die Weiterentwicklung darf man also gespannt sein.

Wie ist Ihre Meinung? Und wer kennt so noch weitere Plattformen deutscher Tageszeitungsverlage?

Zum Thema ‚Qualitäts-Journalismus‘: Unbedingt ‚Lesenswert‘!

Stefan Niggemeier blogt zum Thema „Qualitäts-Journalismus“.

Meine Meinung mit ausdrücklichem Wunsch um Kommentierung:
1. Wir brauchen Konzepte für  Print- und Online-Medien – was sind morgen die Inhalte, damit sie gelesen werden?
2. Wir brauchen Journalisten, die das dann quailitativ hochwertig umsetzen könnenOrientierung gibt, Hintergründe erläutert, sich offen und transparent darstellt und ausreichend recherchiert ist.
3. Wir brauchen Offenheit, Ideen und viele Mitdenker, die Neues entwickeln, neue Strukturen zulassen, neue Partner ins Boot holen, Bürger mitmachen lassen, und den Mut, vieles zu testen und sich an das, was einmal in Zukunft Journalisten und andere über Medien dem Bürger vermitteln, mühsam erarbeiten wollen.
4. Wir brauchen Verleger, die den Mut und die Kreativität haben, sich diesem zu öffnen.
5. Wir brauchen Geschäftsmodelle, die genügend abwerfen, um das zu finanzieren.

Und eine Bitte an alle:

Wir sollten nicht über- oder gar gegeneinander , sondern miteinander kommunizieren – Journalisten, Verleger, Ideengeber, Mitmacher.

„Jedes Zeitungshaus sollte sich einen Termin setzen, zu dem es seine Druckerpressen abstellt. „

Jeff Jarvis im Interview mit medienlese.com:

„Wenn wir nur noch die Hälfte der Journalisten hätten, wären es immer noch zu viele“.

Provozierende Aussagen eines amerikanischen Medien-Fachmanns.

„Wozu Zeitung?“ fragt sich das SZ-Magazin und K. Meier gibt eine erste Antwort und Stefan Niggemeier schreibt bissig: „Schöner Sterben mit dem SZ-Magazin“.

Meine Meinung: Man hätte eigentlich mehr erwarten dürfen von einer solch renommierten Zeitung wie der SZ. Zum Beispiel: Welche Formen wird die Zeitung der Zukunft annehmen? Welche Inhalte? Wie aufbereitet? Und welche Vorteile soll die zukünftige Zeitung dem Leser so attraktiv machen, dass er dafür Geld bezahlt oder ein Abo abschliesst? Was unterscheidet die „neue“ Zeitung von der alten – und von Internet-Inhalten? Wie soll in Zukunft das notwendige Geld für Qualitäts-Journalismus aufgebracht werden? Welches Konzept erarbeiten Journalisten dafür? Welche Ideen haben Verleger? Was macht Verleger so sicher, auch in 10 Jahren noch eine Printausgabe herzustellen? Warum sind sie so verdammt langsam und unkreativ bei neuen Entwicklungen? Warum sträubt man sich gegen eine Zusammenarbeit mit erfahrenen Bloggern, LocalNews-Anbietern, Lokalradios, Placebloggern usw.? Warum integriert man kein Networking und weitere Web2.0-Anwendugen konsequent? Warum bildet man keine Dachmarke, um neue Werbemöglichkieten und bessere Vermarktungs-Chancen zu haben (abgesehen vom heutigen OMS-Deal)?

Was meinen Leser dazu? Und welche Stellung nehmen die lokalen Anzeigenkunden ein? Ihre Meinungen sind gefragter denn je – gerade im Web2.0!

Regionalzeitungen starten gemeinsame Online-Vermarktung

FAZ-Netzökonom berichtet: 150 regionale Tageszeitungen und Stadtportale haben die Vermarktung ihrer Internetseiten im Unternehmen OMS gebündelt und mit dem Verkauf der Online-Werbung begonnen. „„Zusammen erreichen die Internetseiten der regionalen Tageszeitungen 9,2 Millionen Menschen. Die Tageszeitungskombi der OMS gehört damit zu den größten Online-Angeboten in Deutschland“, sagte der Geschäftsführer Matthias Wahl dieser Zeitung. Zu OMS gehören zum Beispiel die Blätter der Verlage Dumont, Madsack, Ippen und WAZ sowie Stadtportale wie Berlinonline.de und Hamburg.de. Bisher wurden die Internetseiten der Regionalzeitungen von der United-Internet-Gesellschaft Adlink mit vermarktet. Mehr dazu >>

Geschäftsmodelle für Online-Journalismus

Warum sind redaktionelle Inhalte im Netz meistens kostenlos? Wieso wirft Online-Werbung nur lausige Pennys ab? Wie lässt sich trotzdem mit Journalismus im Internet Geld verdienen? Die Diskussion um ein tragfähiges Online-Geschäftsmodell dominiert in diesen Tagen die Debatte um die Zukunft unserer Branche. Eine kommentierte Zusammenstellung von Markus Hofmann.