LocalNews plus Networking – ein Teil der Lösung der Zeitungskrise?

Die Ideen von Robert Basic kommen meinem Konzept einer Verflechtung von LocalNews und SocialNetworking sehr nahe. Einige Unterschiede sind aber anmerkenswert:

1. Basic will selbst ‚Verleger‘ werden und nimmt damit die Initiative selbst in die Hand.
Das ist vom Ansatz her möglicherweise der bessere, weil dynamischere Weg, als bei Verlagen, Placebloggern, Lokalradios, Wikis, LocalNews-Anbietern usw. um Mitarbeit zu buhlen. Andererseits gibt es ja schon eine Menge von – auch qualifizierten – Menschen, die sich des Themas angenommen haben, aber noch nicht die Networking-Komponente integriert und gelöst haben.

2. Basic lässt nur kurze Meldungen a la Twitter zu.
Seiner Begründung, die Menschen hätten nicht viel Zeit, um lange Berichte über Lokales und Regionales zu lesen, kann ich nicht ganz folgen. Wenn Menschen ein Thema interessiert – und das entscheiden sie ja selbst – dann möchten sie viel zu diesem Thema erfahren. Deshalb wäre mein Vorschlag: Themen in Kurzform anreißen, aber bei Klick tiefergehende Info erhalten.

3. Networking-Konzept wird im Basic-Modell nicht klar.
Sollen in seinem Konzept die ‚einfachen‘ Basis-Networking-Module zum Einsatz kommen oder bieten die Seiten mehr Web2.0-Möglichkeiten? Gibt es eine Aufteilung in Consumer und Business oder welche Gruppen bekommen Möglichkeiten des Austausches? Meine vorhandene Software ist durch einige Erweiterungen und Ergänzungen (bspw. Google maps, Video-Streaming) einsetzbar und komfortabel genug, um ein solches Projekt zu unterstützen.

4. Basic bietet nur Kleinanzeigen in der rechten Spalte an.
Das, wenn ich es richtig verstanden habe, erscheint mir ein wenig einfallslos. Unternehmen möchten – wie in Printprodukten auch – unterschiedliche Möglichkeietn der Präsentation erhalten. Deshalb sollten – wie in meinem Konzept – auch unterschiedliche Präsentationsformen angeboten werden.

5. Nationale Dachmarke
Robert Basic installiert mit seinem Verlag die Dachmarke, die ich bei vielen Diskussionen mit interessierten Verlagen und in Blogs, Foren und Fachpresse-Artikeln immer wieder fordere. Aber nur damit scheint eine vernünftige Größenordnung erreichbar, nur so verschafft sich eine Community Gehör!

Dieses Thema ist sehr vielfältig, aber unsere Ideen von einer digitalen Zeitung ist umsetzbar, bezahlbar und beim Leser beliebt! Weil es ihm auf einer Plattform viele Möglichkeiten der Orientierung, Vernetzung und Problemlösung bietet. Vielleicht ergibt sich auch eine sinnvolle Kombination aus seinen und meinen Ideenansätzen.

Wer sich noch ein wenig mehr informieren will, bei Xing habe ich schon im letzten Jahr Teile meines Konzeptes in die Diskussion einfließen lassen:

Verlage müssen sich ändern oder untergehen
Zeitung wollen ein größere Stück vom Werbekuchen
Kein Placeblogger, aber…
Zeitunsgverlage hatten bisher ein gutes Image
Nationale Dachmarke verbessert Einnahmestrategie der Tageszeitungen

Print ist tot? WUVMedia_3_2009_Dachmarken

Nachträgliche Anmerkungen:
Meine früheren Beiträge waren immer aus der Sicht geschrieben, dass sich TZ-Verlage von meinem Konzept überzeugen liessen. Denn sie haben sicherlich die besten Voraussetzungen im Leser- und Anzeigen-Markt und sind organisatorisch perfekt auf ein solches Szenario vorbereitet. Allerdings war mir auch klar, dass Verleger schwerfällig sind und solchen Entwicklungen „aus Tradition“ skeptisch gegenüber stehen. Deshalb bin ich dem Weg von R.B. nicht abgeneigt, empfehle aber, die vielen Aktiven, Journalisten, Lokalradios etc. in die Überlegungen zu integrieren.

Bemerkswert halte ich auch die absolute Offenheit Basic’s bei Businessplänen, Mitarbeiter- und Finanzplänen – vielleicht in der heutigen Internetwelt ein wichtiger Baustein zum Erfolg.

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